Bereits in meinem Artikel über das Buch von Valerie Jardin hatte ich geschrieben, dass die Streetfotografie eine heimliche Leidenschaft von mir ist. Deswegen war ich auch auf das Buch „Streetfotografie – made in Germany„* aus dem Rheinwerk-Verlag sehr gespannt. Die zehn teilnehmenden Autoren lesen sich wie das ‚Who is Who‘ der deutschen Streetfotografie-Szene, und schrauben die Erwartungen dementsprechend hoch.

Über die Autoren:

Bei der Fülle der Autoren werde ich hier jeden nur kurz vorstellen, unter der Rezension habe ich die Websiten zu den einzelnen Fotografen beigefügt. Dort findet man beeindruckende Fotografien zur Streetfotografie und anderen Genres.

 

Kay von Aspern wurde in Schleswig-Holstein geboren und lebt nun in Wien. Er fotografiert gerne im öffentlichen Raum und gibt Streetfotografie-Workshops sowie Einzel-Coachings in Wien.

Mario Cuic wurde in Bosnien/Herzegowina und ist in Deutschland aufgewachsen. Der Autodidakt fand in der Fotografie eine Lösung für seine Probleme. Das Ironische, Abstrakte und Subtile zieht sich als roter Faden durch seine Fotografie.

Siegfried Hansen wurde 2002 durch den Besuch einer Ausstellung des ungarischen Fotografen Andre Kertész inspiriert und fand so den Weg zur Fotografie, die ihn seitdem nicht mehr losgelassen hat.

Torsten Köster wurde in Stuttgart geboren und entdeckte bereits im Kindesalter die Fotografie für sich. Heute beschäftigt sich der IT-Spezialist fotografisch hauptsächlich mit der Fotografie im urbanen Raum (mit und ohne menschlicher Komponente).

Marco Larousse ist in Hamburg geboren. Bereits in den 1990er Jahren entwickelte sich seine Leidenschaft für die Streetfotografie während einer Asien-Reise. Der Journalist produziert seit vielen Jahren Fotografie-Podcasts.

Christopher Reuter lebt in Köln und arbeitet dort als Street- und Peoplefotograf, dabei ist es ihm wichtig die Persönlichkeit eines Menschen festzuhalten.

Fabian Schreyer ist in Augsburg geboren und arbeitet dort im Kulturmarketing und als freier Journalist. Seit 2004 beschäftigt er sich mit der Streetfotografie und versucht den Alltag zu dokumentieren.

Max Slobodda beschäftigt sich seit seinem 20. Lebensjahr mit der Fotografie und studierte dies an der FH in Dortmund. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Dokumentar- und Streetfotografie.

Nicole Struppert lebt und arbeitet als freie Fotografin in München und London. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit sind Architektur-, Street-, Dokumentar- sowie Fine-Art-Fotografie. Zusätzlich bietet Sie auf der Plattform ‚Women in Photography‚ Frauen eine  Möglichkeit ihre Fotografien auszustellen.

Martin Waltz lebt und arbeitet in Berlin als Fotograf, Fotografie-Coach und Autor. Er konnte bereits mehrere Wettbewerbe gewinnen, wie zum Beispiel den Sony World Photography Award. Das Gewinner-Bild dieses Wettbewerbes ziert im übrigen das Cover des Buches.

 

Inhalt - Streetfotografie - made in Germany

Aus dem Klappentext:

Die besten Motive liegen auf der Straße! In diesem Buch zeigen zehn deutsche Streetfotografen, wie sie Orte, Menschen und flüchtige Momente mit ihrer Kamera einfangen. Wie gelingen faszinierende Aufnahmen von Gesten, Lichtstimmungen und Kompositionen, die oft nur für den Bruchteil einer Sekunde existieren? Begleiten Sie die Fotografen auf ihren Streifzügen und lassen Sie sich von den unterschiedlichen Herangehensweisen und Bildstilen inspirieren.

Über das Buch:

Die Titelunterschrift „Orte, Menschen und Momente – Ideen und Anleitungen für gute Straßenfotos“ klingt vielversprechend und gibt dem Buch den Charakter eines Lehrbuches. Nach einer kurzen, allgemeinen Einleitung zur Streetfotografie, geschrieben von Marco Larousse, mit einem kurzen historischen Rückblick, wird das Buch in folgende Unterkapitel unterteilt:

Beim Durchblättern dieses Inhaltsverzeichnisses fragte ich mich, wie wohl die vielen Autoren diese 13. Kapitel füllen werden, und ob jeder ein Kapitel geschrieben hat. Die Lösung ist ganz einfach und gefällt mir sehr gut:

Die oben genannten Kapitel sind nur die Überschriften, dahinter verbergen sich dann auf jeder Doppelseite einzelne Fotos unterschiedlicher Fotografen, sortiert nach den oben gegannten Kategorien. Dabei wird auf einer Seite großformatig das Bild präsentiert, während auf der anderen Seite zunächst der Name des Fotografen und die technischen Detailangaben aufgeführt werden. Darunter wird ein etwa eine Seite umfassender Text zur Entstehungsgeschichte und zu Hintergründen zu dem jeweiligen Foto vom Fotografen beigefügt. Dabei erläutert der Fotograf quasi nebenbei seine Herangehensweise in der Streetfotografie und gibt Tipps und Tricks. Auf der ersten Doppelseite eines jeden Kapitels finden sich im Übrigen bereits alle Bilder des jeweiligen Kapitels als kleine Vorschaubilder, so dass der Leser bereits einen ersten Eindruck erhält, was ihn auf den nächsten Seiten erwartet.

Nach diesen verschiedenen Kapiteln ist von Rechtsanwalt Wolfgang Rau, der im gleichen Verlag bereits ein ausführliches Buch mit dem Titel „Recht für Fotografen„* verfaßt hat, eine kurzer Abriß zu der Rechtslage der Streetfotografie in Deutschland beigefügt. Gerade in der Streetfotografie ist zur Zeit die Rechtslage etwas unübersichtlich. Deshalb ist es schön hier einen kurzen Überblick zu erhalten, auch wenn natürlich ein paar Seiten Rechtslage nicht alle Fragen beantworten können.

Das rund 313 Seiten starke Buch lebt von seinen zahlreichen Fotografien. Es gibt – vom Vorwort und der rechtlichen Grundlage einmal abgesehen- keine Seite, die nicht mindestens mit einem Foto bebildert ist. Das quadratische Buch ist mit einem kräftigen Einband versehen. Zusätzlich ziert ein gelbes Einlegeband das Buch.

 

Inhalt - Streetfotografie - made in Germany

Zielgruppe:

Alle, die sich für Streetfotografie interessieren, finden in diesem Buch einen Überblick über die aktuelle Streetfotografie-Szene in Deutschland. Auch die, die nicht aktiv auf der Straße fotografieren, können diese Buch gemütlich durchblättern und sich die Fotografien der Fotografen betrachten und sicherlich bei dem ein oder anderen Bild schmunzeln.

 

Fazit:

Wie bereits erwähnt, interessiere ich mich für die Streetfotografie und haben mich auch das eine oder andere Mal an diesem Genre versucht. Deshalb freue ich mich über dieses Sammelwerk der deutschen Streetfotografie-Szene.

Das Buch ist nicht nur ein Lehrbuch, sondern aus meiner Sicht viel mehr eine Bildersammlung der verschiedenen Streetfotografen. Dabei kann man erwas über die einzelnen Künstler lernen und auch den jeweiligen Stil zum Teil recht zügig erkennen. Die Tricks und Inspirationen wurden mir dabei ganz nebenbei ermittelt. Ein grosser Vorteil ist meines Erachtens die Vielzahl der Autoren, die an diesem Buch mitgewirkt haben. Jeder hat seine eigene Herangehensweise an die Fotografie und natürlich auch einen eigenen Schreibstil. Dies ermöglicht dem Leser unterschiedliche Wege kennenzulernen, und den für sichrichtigen dabei zu finden.

Mir gefällt dieses Konzept sehr gut, und kann somit jedem, der sich für Streetfotografie interessiert, das Buch bedenkenlos empfehlen. Ich hoffe, dass das Buch vielleicht auch dabei hilft, die Streetfotografie in Deutschland weiter zu verbreiten.

 

Seite - Streetfotografie - made in Germany

Eckdaten zum Buch:

314 Seiten

Gebunden

Rheinwerk-Verlag

ISBN: 978-3-8362-6117-3

39,90 €

 

Verlags-Website

Website – Kay von Aspern

Website – Mario Cuic

Website – Siegfried Hansen

Website – Torsten Köster

Website – Marco Larousse

Website – Christopher Reuter

Website – Fabian Schreyer

Website – Max Slobodda

Website – Nicole Struppert

Website – Martin U Waltz

Deutsche Streetfotografie-Website

 

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Das Buch wurde mir vom Rheinwerk-Verlag als Rezensionsexemplar überlassen. Vielen Dank dafür.