Im kostenfreien Fotoespresso-Magazin bin ich auf einen Artikel gestoßen, der mich interessierte und neugierig machte. In dem Artikel zeigte der Autor, wie man beeindruckende Fotos von Autos mit einem „Car Camera Rig“ machte. Das Kapitel war ein Auszug aus dem mir nun vorliegenden Buch von Tilo Gockel: Die neue Fotoschule – Von den Grundlagen zur Fotopraxis *. Von solchen Projekten wollte ich mehr lesen.

Aus dem Klappentext:

Wie stellt man flott im manuellen Modus eine perfekte Belichtung ein? Wie erzielt man eine sehr geringe oder besonders große Schärfentiefe? Wie nutzt man das Abstandsgesetz zu eigenen Gunsten? Was bedeuten Begriffe wie hyperfokale Entfernung, förderliche Blende, kritische Blende oder Scheimpflugsche Regel? Wie funktioniert ein Phasenautofokus, ein Belichtungsmesser, ein Studioblitz oder eine Fachkamera? Wie fokussiert man auch im Dunkeln? Wie nimmt man Panoramen (Focus Stacks, HDRIs, Makros) auf? Wie setzt man einen farbverbindlichen Workflow um?

Die Antworten auf diese Fragen finden Sie hier fundiert dargestellt und anhand vieler Beispiele mit direktem Bezug zur Praxis erklärt. Die klare Darstellung der Zusammenhänge, die vielen Illustrationen, die Reduzierung der Technik auf das Notwendige sowie die zahlreichen Praxisbeispiele geben Ihnen ein solides technisches Fundament und wecken die eigene Kreativität.

 

Über den Autor:

Dr. Tilo Gockel hat auf dem Gebiet der Bildverarbeitung promoviert und hält seit Jahren an der Hochschule Aschaffenburg Vorlesungen zum Thema technische Fotografie. Außerdem ist er als Fotograf und freier Autor tätig und hat bereits zahlreiche Beiträge in Magazinen wie DOCMA, digit!, fotoMAGAZIN oder Photographie geschrieben. Im dpunkt.verlag sind außerdem von ihm in den letzten Jahren ein Buch über Bokeh * und über Blitzen mit nur einem Blitz * entstanden.

Er betreibt mit fotopraxis.net seit mehreren Jahren einen Blog, mit vielen hilfreichen Beiträgen rund um die Fotografie.

Inhalt - Die Neue Fotoschule - Tilo Gockel

Über das Buch:

Vor mir liegt ein annähernd quadratisches, rund 480 Seiten starkes Buch, welches in zwei große Abschnitte unterteilt ist: in Grundlagen und Praxis. Dazu gibt es noch einen Anhang mit rechtlichen Grundlagen und kleinen Fotoaufgaben sowie ein Glossar.

Und wenn ich mir das Buch anschaue, dann erinnert mich das Werk an ein echtes Lehrbuch, wie man es aus der Schule, dem Studium oder der Ausbildung kennt.  Besonders im Grundlagen-Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Fotografie genau erläutert. Man merkt beim Lesen dieses Kapitels, dass der Autor auf eine reiche Dozenten-Erfahrung zurückblicken kann. Die zum Teil sehr physikalischen Kapitel werden durch zahlreiche Bilder und Illustrationen  aufgelockert und so jedem verständlich gemacht. Zu jedem Kapitel hat Tilo Gockel weiterführende, kostenpflichtige und kostenfreie, Literatur zusammengestellt, so dass jeder der möchte noch tiefer in das jeweilige Kapitel eintauchen kann.  Da ich aber schon in meinem Studium die Physik als notwendiges Übel betrachtet habe und auch im Alltag nur mich mit den physikalischen Grundlagen beschäftige, die ich für meine praktische Arbeit benötige, habe ich mich mehr auf den zweiten Teil des  Buches gefreut, dem Praxis-Teil.

Inhalt - Die Neue Fotoschule - Tilo Gockel

In diesen Kapiteln beschreibt Gockel folgende Genres:

  • Menschen
  • Essen und Trinken
  • Still Life und Makro
  • Produkte
  • Stadt und Land

Durch die Auswahl dieser 5 Themen wird bereits ein breites Spektrum der fotografischen Genres abgedeckt und man erhält als Leser einen Einblick darin, wie man es auch in einem Lehrbuch erwarten kann. Hier bekommt man Anleitungen zur Umsetzung fotografischer Aufgaben oder auch Ideen zur kreativen Gestaltung, zum Beispiel Headshots oder Splash- Fotografie.

Auch dieses zweite Kapitel ist (noch mehr als das erste Kapitel) reichlich bebildert, um so dem Leser die einzelnen Schritte der Umsetzung näher zu bringen und auch hier gibt es am Ende des Kapitel noch Tricks und Tipps und zum Teil auch weiterführende Links.

Der Schreibstil des gesamten Buches ist einfach zu lesen, der Leser wird direkt angesprochen und der Autor schildert außerdem noch persönliche Erfahrungen.

 

Zielgruppe:

Laut Klappentext:

  • Fotografen
  • Studierende
  • Lernende
  • und alle, die eine fundierte Einführung in die Fotografie suchen

Letzteres halte ich für mehr als richtig, zu mal es die ersten drei Zielgruppen mit einschliesst, für absolute Neulinge in der Fotografie ist das Buch nur dann etwas, wenn man sich wirklich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen möchte.

 

Fazit:

Das Buch ist ein Lehrbuch wie man es erwartet. Es stellt die physikalischen Grundlagen dar und bringt dem Leser die einzelnen Genres näher. Die Berechnung des Weber-Fechner-Gesetz oder Linsengleichungen sind sicherlich Themen, die man nun nicht jeden Tag in der Fotografie braucht. Auch war ich bislang ohne Kenntnisse der Schärfezonen von Scheimpflug durch mein fotografisches Leben gekommen, dennoch halte ich es für wichtig die Grundlagen zumindest in Grundzügen zu kennen und damit die technische Fotografie besser zu verstehen und anzuwenden.

Mein  Favorit ist aber der zweite Teil, da man hier einen hervorragenden Überblick über die verschiedenen Formen der Fotografie bekommt. Splash-Fotografie habe ich in meinen Anfängen auf dem Dachboden ebenfalls betrieben, sich aber noch einmal etwas genauer damit zu beschäftigen gefällt mir sehr. Auch die Food-Fotografie ist ein mir persönlich schon etwas vertrauertes Genre, dennoch erfahre ich noch neue Tricks. So kann man Kapitel für Kapitel Neues entdecken oder Altbekanntes wieder auffrischen.

Seite - Die Neue Fotoschule - Tilo Gockel

Eckdaten zum Buch

480 Seiten

broschiert

dpunkt.verlag

ISBN: 978-3864903830

34,90€

 

Blog von Tilo Gockel

Verlagswebsite

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*Affiliate-Link

 

 


Das Buch wurde mir vom dpunkt.verlag als Rezensionsexemplar überlassen. Vielen Dank dafür.